STIFTUNG GEISTLICHES LEBEN Kirche ist der Ort, wo Gotteserfahrung vertieft und immer lebendiger wird (Roger Schütz, Communauté de Taizé)
Kirche ist der Ort, wo Gotteserfahrung vertieft und immer lebendiger wird (Roger Schütz, Communauté de Taizé)

Wort zum Jahr 2021

Rembrand: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Jesus Christus spricht:

Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist!
(Lukas 6,36)

Im Lukasevangelium wird uns eine Beispielgeschichte für die Barmherzigkeit Gottes erzählt: das Gleichnis vom sog. verlorenen Sohn. Er verprasst das ganze Erbe und landet buchstäblich bei den Schweinen. Dennoch. Der Vater schaut sehnsüchtig nach ihm aus. Als der endlich zurückkehrt, läuft er ihm entgegen, schließt ihn in die Arme, lässt ihn neu einkleiden, gibt ihm den Siegelring erneuerter Kindschaft, lässt ein Fest feiern! Jesus beschreibt anschaulich, was dem Sinn nach das hebräische Wort für Erbarmen bedeutet – das tiefe Empfinden einer Mutter für ihr neugeborenes Kind, dieses Erbarmen, das bereit ist, alles zu geben. Und tatsächlich – das ist das Erbarmen Gottes. Immer und immer wieder wird das betont, so auch Römer 8: „Gott, der seines eigenen Sohnes nicht verschont hat, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“.

Trotz aller anscheinend auch gegenteiliger Erfahrungen prägt uns Jesus mit unserem Wort der Jahreslosung dieses Bild des Wesens Gottes ein. Wir werden an das umfangende Erbarmen Gottes erinnern. „Lobe den Herrn meine Seele… und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,  der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst…. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten“ (Psalm 103)!

Das ist der Hammer – seid wie Gott! Seid barmherzig! Ganz konkret wird es im Anschluss: Richtet nicht, verdammt nicht, gebt, vergebt – und das alles, weil von ihm, Gott, die Fülle kommt: „Ein voll gedrückt und gerüttelt Maß wird man in euren Schoß geben“ (Lk 6, 37f).

Mehr braucht es nicht zum Frieden und zur Gerechtigkeit. Das werden wir nun unter dem Wort Jesu im Jahr 2021 buchstabieren und es wird uns barmherziger, gütiger, erbarmender, liebe- und verständnisvoller machen.

Das schenke uns der gnädige und barmherzige Herr mit all seinem Segen im neuen Jahr!

Christian Stawenow

Stiftungstagung 2021

Die Gegenwart und jüngere Vergangenheit fordert viele Menschen in besonderer Weise heraus. Auch wirChristen sind gefragt, unsere Überzeugungen und unser Engagement neu […]