STIFTUNG GEISTLICHES LEBEN Kirche ist der Ort, wo Gotteserfahrung vertieft und immer lebendiger wird (Roger Schütz, Communauté de Taizé)
Kirche ist der Ort, wo Gotteserfahrung vertieft und immer lebendiger wird (Roger Schütz, Communauté de Taizé)

What would Jesus do?

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.

1. Korinther  16,14

Vor Jahren war ein Armband unter jungen Christen Mode: WWJD. What would Jesus do? Was würde  Jesus tun? Mein Professor für Neues Testament sagte, dass Jesus in der Bergpredigt die 10 Gebote unter der Maßgabe der Liebe buchstabiere. Da bekommen wir einen Eindruck, was Liebe bedeutet: eben nicht zu hassen, sondern für die Feinde zu beten, nicht zu töten, sondern nicht einmal den Nächsten zu beschimpfen, statt die Ehe zu brechen, nicht einmal einen begehrlichen Blick zu werfen, statt zu schwören, grundsätzlich glaubwürdig zu sein, statt zu rechten, fröhlich zu teilen usw. , Gottes Willen ganz und gar zu tun. Jesus sagt, so gelingt Leben. Eben – alles nach der Maßgabe der Liebe zu buchstabieren.

Tatsächlich. Auch der Apostel Paulus ist so grundsätzlich. Wie eine Zusammenfassung seines gesamten Briefes klingt es am Schluss, die Einzelheiten zusammenfassend: Alles gehe in Liebe! Das erinnert an die Mitte seines Briefes mit dem sog. Hohenlied der Liebe – 1. Korinther 13: „Die Liebe verträgt alles, glaubt alles, hofft alles, duldet alles, die Liebe hört niemals auf!“ Da ist nicht nur das Tun eingeschlossen, sondern auch das Denken, die Ausrichtung des Herzens.

Schlägt man unter Liebe in Lexika nach, findet man sehr viel über Hormone: Dopamin, Adrenalin, Testosteron …  da geht es vor allem um die partnerschaftliche Liebe, bei Jesus und Paulus um die göttliche Liebe, die ein besonderes Wort hat: Agape. Und diese Liebe, so sagt der Apostel Paulus im Römerbrief „ist ausgeschüttet in unser Herz durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Römer 5, 5). Die Liebe ist also göttliche Gabe der Erneuerung durch Jesus Christus, sie gehört zum Wesen des Christseins. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu moralischen Appellen, die uns immer wieder weit über die Grenzen unseres Vermögens führen. Vielmehr gilt, die Liebe walten zu lassen, ihr Raum zu geben.  So führt sie uns auch zum Tun des Nötigen und Richtigen und markiert die Gefahrenzonen.

Geben wir also Acht auf die Signale des Heiligen Geistes, auf die Signale der Liebe, damit wir die Orientierung behalten und erinnern wir uns daran: WWJD.

Christian Stawenow im Februar 2024